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Zum ersten Mal gemeinsam am Netz

Junge Volleyballer aus Hennersdorf und Milkau haben nur an einem Turnier teilgenommen und dabei kein Spiel gewonnen. Dennoch hoffen sie auf eine sportliche Zukunft.

erschienen am 11.11.2016 in der Freien Presse, Lokalsport Flöha

Hennersdorf/Milkau. Obwohl die Jungs keinen einzigen Satz für sich verbuchen konnten, gaben sie bis zum letzten Ballwechsel keinen Ball verloren. 0:8 Punkte lautete die Bilanz der Spielgemeinschaft Hennersdorf/Milkau nach dem Vorrundenturnier der U 20-Bezirksmeisterschaft in Zschopau. Beim ersten gemeinsamen Auftritt der jungen Männer aus dem Nordwesten und dem Süden des Landkreises Mittelsachsen war gegen die eingespielten und zum Teil bereits am Punktspielbetrieb teilnehmenden Kontrahenten nicht viel zu holen. Doch trotz der 0:2-Niederlagen gegen den TV Vater Jahn Burgstädt, SV Chemnitz-Harthau, den 1. VV Freiberg und den späteren Turniersieger VC Zschopau schlich die frisch zusammengewürfelte Truppe nie mit hängenden Köpfen vom Parkett. "Warum auch? Uns war klar, dass wir hier nichts reißen können. Spaß hat es trotzdem gemacht", sagt Felix Würzner, der zum ersten Mal wettkampfmäßig am Netz stand und sonst mit einem Trialmotorrad für den MC Flöha durchs Gelände balanciert.
Der Hennersdorfer SV hatte das Team (nach nur vier, fünf Trainingseinheiten) auch ohne große Ambitionen aufs Feld geschickt, vielmehr war die Mannschaft aus der Not geboren. "Wir haben seit Jahren keinen Nachwuchs im Spielbetrieb. Dafür müssen wir jede Saison Strafe an den Verband zahlen", sagt Udo Haußmann, Spielertrainer der Männer des Hennersdorfer SV. Zu Bezirksliga-Zeiten waren das 200 Euro, die die Hennersdorfer notgedrungen und zähneknirschend überwiesen. Mit dem Aufstieg des HSV in die Sachsenklasse waren dann stolze 500 Euro fällig. Für Haußmann, der zugleich auch Vereinschef ist, "ein Unding und die reinste Geldschneiderei". Mit der Teilnahme an der Bezirksmeisterschaft habe man die Strafzahlung - für Haußmann "eine Bestrafung der kleinen Dorfvereine" - umgehen können.
Verstärkung für das Turnier erhielt die Truppe vom Sachsenklasse-Konkurrenten Union Milkau. Der Verein ist zwar in den Altersklassen U 12 und U 13 am Ball und mischt mit U 18-Damen im Ligabetrieb mit. Doch um auch den in Milkau rar gesäten Anschlusskader für die "Erste" zu Wettkampfpraxis zu verhelfen, griff man Hennersdorf beim Turnier in Zschopau mit drei Akteuren unter die Arme.
Der erste gemeinsame Auftritt wird vermutlich gleichzeitig der letzte gewesen sein - nicht zuletzt allein durch die geografische Entfernung: Zwischen beiden Orten liegen fast 60 Kilometer. Doch an der Fortführung der Nachwuchsarbeit in dieser Altersklasse haben beide Vereine großes Interesse. "Ab Januar bieten wir eine Extra-Trainingszeit an", sagt Haußmann. Der Milkauer Denny Jonies, der das U 20-Team in Zschopau mitbetreute, ergänzt: "Auch wir sind ständig auf der Suche nach Verstärkung für unsere Männermannschaft."

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