Männer des Hennersdorfer SV steigen in Bezirksliga auf – Relegationsrunde am grünen Tisch entschieden
Für Udo Haußmann
hat „eine schier endlose Geschichte
nun doch ein Ende gefunden“. „Ein
gutes dazu“, freute sich der Spielertrainer
der Volleyballer des Hennersdorfer
SV. Die Truppe aus dem Augustusburger
Ortsteil im Zschopautal
hat den Sprung ins Oberhaus des Bezirks
geschafft und schlägt nächste
Saison in der Bezirksliga auf. „Ich hatte
schon das Gefühl, dass man uns
dort nicht haben will“, schmunzelte
der Zuspieler des Siegers der Bezirksklasse-
Staffel 3 und blickt dabei auf
turbulente Wochen zurück.
Denn nachdem in den vergangenen
Jahren alle drei Staffelsieger fast
ausnahmslos direkt aufgestiegen waren,
sollten diesmal in einer Relegationsrunde
nur zwei Bezirksliga-Tickets
vergeben werden. Wie in der
Saison 2006/07, als Hennersdorf
schon einmal als Staffelsieger zum
Sprung angesetzt hatte und sich im
Kampf um lediglich einen Aufstiegsplatz
zusammen mit dem Eurogymnasium
Waldenburg dem Klassenprimus
der Vogtland-Staffel, Plauen-
Oberlosa, den Vortritt lassen musste.
In den beiden Serien zuvor hatten
sich Röhrsdorf und Mauersberg ohne
„Zusatzaufgaben“ aus der Staffel 3
nach oben verabschiedet, in der Saison
2007/08 Zschopau und im vergangenen
Jahr Chemnitz-Harthau.
„Jetzt waren wir wieder Erster, und
wieder sollte es eine Relegation geben“,
ärgerte sich Haußmann über
das angesetzte Kräftemessen mit den
anderen Staffelsiegern SSV St. Egidien
II und Blau-Weiß Röhrsdorf. „Nur damit
wieder ein Neuner-Feld in der Bezirksliga
am Netz steht.“
Als Ende April nach langem Hin
und Her die Termine für die drei Aufstiegsturniere
endlich standen, verzichtete
St. Egidien aus personellen
Gründen überraschend auf die Teilnahme
an der Qualifikationsrunde.
Daraufhin gab der Bezirksspielwart
bekannt, Röhrsdorf und Hennersdorf
sind aufgestiegen. Doch dann meldete
die WSG Oberreichenbach, die in
der Staffel 1 hinter der SSV-Reserve
Zweiter geworden war, ihr Recht an
der Relegation an. Als der Spielwart
die Jungs nun doch wieder ans Netz
schicken wollte, beendete der Bezirksverband
das Tohuwabohu und
entschied, dass alle Drei den Weg ins
Oberhaus antreten und die kommende
Bezirksliga-Serie mit zehn Mannschaften
gespielt wird.
Somit knallten im Zschopautal
erstmals seit Anfang der 1990er-Jahre
wieder die Aufstiegskorken. Damals
hatte Hennersdorf den Durchmarsch
von der Kreis- in die Landesklasse geschafft
und sich drei Jahre auf
Sachsenebene gehalten. Seit 1997
schlug das Team in der Bezirksklasse
auf. Mit Udo Haußmann (46) und
Udo Seifert (44) stehen zwei Spieler
der „glorreichen Neun“ von damals
noch immer als Leistungsträger am
Netz. Bernd Zimmermann und Matthias
Krauß sind als Betreuer erhalten
geblieben, Manfred Felber als gute
Seele der Mannschaft.
Um die Oldies hat sich eine schlagkräftige
Truppe formiert, die über
weite Strecken eine starke Saison mit
einer Serie von 20 Siegen in Folge gespielt
hat. Dabei erinnert sich der
Coach besonders gern an die 3:2-Erfolge
über Pama und den 25:2-Satztriumph
beim 3:0-Auswärtssieg gegen
den 1. VV Freiberg. „Großes Plus
war unser druckvolles und variables
Angriffsspiel“, bescheinigte der Routinier,
der seit 1978 am Ball ist, Tino Enger
(25), Neuzugang Jan Grunert (23),
Frank Hengst (27), Martin Donat (28)
und Markus Haußmann (19) starke
Auftritte in der Offensive.
„Ich danke der Mannschaft, dass
ich mit 46 Jahren noch einmal aufgestiegen
bin“, sagte Udo Haußmann
zur feucht-fröhlichen Feier
beim Brückenfest, wo die Hennersdorfer
das „Happyend der scheinbar
endlosen Geschichte“ sichtlich genossen.
Hennersdorf: U. Haußmann, Seifert, Römer,
Dohle, Knabe, Donat, Hengst, Jäkel,
Enger, Grunert, Butter, M. Haußmann



