Fast vier Jahrzehnte
war Harald Uhlmann der Kopf des
Hennersdorfer Sportvereins. Nach
37 Jahren hat der Kurierfahrer die
Leitung nun abgegeben. „Die Luft
war einfach raus“, musste sich der
59-Jährige eingestehen.
An viele schöne Vereinsjahre erinnert
sich Uhlmann gern: „In den
1980er-Jahren hatten wir mit etwa
160 die höchste Mitgliederzahl. Die
Gemeinschaft wurde beispielsweise
mit regelmäßigen Wanderungen
liebevoll gepflegt“, erzählt er. Mit
der Idee und der Organisation des
Hennersdorfer Konchenlaufs hat er
sich ein besonderes Denkmal gesetzt.
Der Volkssportlauf zog jährlich
rund 150 Teilnehmer an. Weil
sich nach der 30. Auflage im vergangenen
Jahr kein Nachfolger für die
Organisation fand, endet diese Tradition
mit Uhlmanns Ausstieg.
Auch der Verein selbst stand am
Scheideweg. „Es gab nur zwei Möglichkeiten:
Entweder findet sich ein
neuer Vorstand oder wir treten komplett
dem Augustusburger Verein
Blau-Weiß bei“, erzählt Haußmann.
„Für mich war es eine Frage der Ehre,
den Vereinsvorsitz zu übernehmen“,
macht der 46-Jährige deutlich.
Als geborener Hennersdorfer möchte
er die Tradition weiterführen und
seinem Heimatort etwas zurückgeben.
Seit 1972 ist der Sportlehrer
Mitglied im Verein und seit 20 Jahren
auch im Vorstand aktiv. „Auch
deshalb“, so schätzt er, „wurde es eigentlich
von mir erwartet, diese Aufgabe
zu übernehmen.“
Dass es keine leichte Angelegenheit
wird, dessen ist sich der Haußmann
bewusst. „Natürlich werde
ich das, was sich in den vergangenen
Jahren in unserem Verein entwickelt
und bewährt hat, nicht leichtfertig
über den Haufen werfen und
mit der Brechstange Neues einführen.
Trotzdem müssen wir jetzt damit
beginnen, neue Wege zu gehen“,
macht der frisch gebackene Vorsitzende
deutlich. „Das größte Problem,
mit dem alle gesellschaftlichen
Gruppen zu kämpfen haben, ist der
fehlende Nachwuchs.“ Auch im
Hennersdorfer Verein steige der Altersdurchschnitt
der aktuell 84 Mitglieder
unaufhaltsam, und junge
Leute wandern ab. „Deshalb beginnen
wir jetzt damit, eine Kindersportgruppe
aufzubauen. Dort sollen
die Mädchen und Jungen mit
viel Spaß an der Bewegung im Freien
an den Sport herangeführt werden“,
erläutert Haußmann. Petra
Ullm, die bisher die Frauensportgruppe
geleitet hat, wird sich um die
Jüngsten bemühen.
Anfang September soll das traditionelle
Sportwochenende mit Volleyballturnieren,
Strafstoßschießen
und Familiensportfest sein. Auch
dafür hat Haußmann eine Idee, mit
der er mehr Hennersdorfer für das
gemeinsame Freizeiterlebnis gewinnen
will: „Statt des Volkssportlaufes
möchten wir eine gemeinsame
Wanderung rund um den Knochen
anbieten.“ Auch einen Sportlerball,
kombiniert mit einer Vereinsweihnachtsfeier,
will er wieder ins Leben
rufen.
Erschienen am 09.04.2011 im Lokalteil Flöha der Freien Presse



