Chemnitz-Cup ohne Knochenlauf? Hennersdorf ohne
Laufsportveranstaltung? Harald Uhlmann
würde etwas fehlen, wenn der
„Lauf um den Hennersdorfer Knochen“
nach 30 Jahren aus dem Wettkampfkalender
gestrichen wird. „Ich
wäre froh, wenn’s weiter geht, denn
der Lauf gehört zu unserem kleinen
Ort wie die Holzbrücke“, sagt der
Vorsitzende des Hennersdorfer
Sportvereins sowie Begründer und
Hauptorganisator des traditionellen
Kräftemessens, das zu den ältesten in
der Region zählt und Jahr für Jahr bis
zu 150 Ausdauerenthusiasten in den
Augustusburger Ortsteil lockt.
Bereits im vergangenen Jahr hatte
Harald Uhlmann angekündigt, dass
die 30. Auflage des nach dem berühmt-
berüchtigten Anstieg („Knochen“)
benannten Härtetests über sieben
und 14 Kilometer am 27. Juni
2010 die letzte unter seiner Federführung
sein wird. Das treffe auch auf
seine Funktion als Vorsitzender des
Sportvereins zu, die er seit 1974 innehat.
„Es wird Zeit, dass die Jungen
nachrücken, dass nach all den Jahren
frischer Wind durchs Zschopautal
weht“, hofft der 57-Jährige, dass bis
zum Ende der Wahlperiode im März
2011 ein Nachfolger für die Vereinsspitze
sowie für den Kommandostand
der Rundenhatz gefunden wird.
Den Startschuss für die Jubiläumsausgabe
Ende Juni will Uhlmann aber
noch einmal selbst abfeuern – genau
wie zur Premiere 1981.
„Das war immer mein Ziel, die 30
voll zu machen, auch in Zeiten, in denen
die bürokratischen Hürden immer
höher wurden und es deshalb
schwieriger wurde, den Lauf auf die
Beine zu stellen“, erinnert sich der
Hennersdorfer an Jahre, als der Traditionsveranstaltung
die Puste auszugehen
drohte. Wie in der 27. Runde, als
der Sachsenforst forderte, für die Nutzung
der Waldwege ein so genanntes
Gestattungsgeld zu zahlen. „Das wäre
das Aus gewesen“, ist Uhlmann froh,
dass die Wald-Maut für Volkssportler
wieder vom Tisch ist.
Auch vergangenes Jahr meisterten
die Hennersdorfer einen großen Stolperstein,
als ihre Traditionsveranstaltung
und der 4. Drahtseilbahnlauf in
Augustusburg auf einen Tag fielen.
„Wir hatten unseren Termin rechtzeitig
und als Erste eingereicht“, kann
Uhlmann die Laufposse noch immer
nicht nachvollziehen. Da sich trotz
der Dopplung 111 Läufer in die Startliste
eintrugen, blickt der Funktionär
auch optimistisch auf den nächsten
letzten Sonntag im Juni, wenn „Knochenlauf“
und „Bahnsprint“ erneut
miteinander kollidieren.
Im Moment ist der frisch gebackene
Großvater damit beschäftigt, die
Schreiben für die Sponsoren vorzubereiten.
„Denn zum 30. Jubiläum würden
wir unseren Gästen gern etwas
Besonderes bieten“, sagt Uhlmann,
der fast genau vor 36 Jahren auf Bitten
des damaligen Kreissportbundes
Flöha den Vorsitz der Sportgemeinschaft
Hennersdorf übernahm. „Eigentlich
sollte ich es nur vorübergehend
machen“, erinnert er sich, doch
daraus sind mehr als dreieinhalb Jahrzehnte
Ehrenamt geworden. Vielleicht
ist ja auch über den „Lauf um
den Hennersdorfer Knochen“ noch
nicht das letzte Wort geredet ...
(Von Holk Dohle, erschienen in der Freien Presse, Lokalteil Flöha am 05.01.10)


